Ingrid Raab

what I love and what I hate


Diese Arbeiten sind experimentell und mit einer analogen Spiegelreflex Kamera aufgenommen.
Es wurde ein ISO 800 + 400 Film verwendet, aber ebenso ein DIA ISO 200 Film.
Urbanität umschreibt Ideale wie Bildung Weltläufigkeit, feines Wesen und Höflichkeit.
Ein Gegenbegriff ist die "Rustikalität“.
Das zugehörige Adjektiv ist urban, dessen Gegenbegriffe sind „rustikal“, „bäurisch“ oder "böotisch".
Der Vorgang der "Urbanisierung“ bezeichnet dagegen die Verdichtung und Vergrößerung menschlicher Siedlungen.
Muss ein urbaner Raum städtisch und gedrungen sein?
Kann Urbanität auch durch die Weite der Dächer und des Himmels erkennbar sein?
Ein Blick in den Himmel genügt und diese Fragen werden vielleicht beantwortet.


Fotoausstellung, zu sehen vom 1.-4. 6. in der Rotunde (Raum 2)

 

Verzerrte Ausdrücke


Fotografen haben oft die Angewohnheit, Bilder aus sehr naher Entfernung zu betrachten. Das Verlangen Kunst taktil oder zumindest aus unmittelbarer Nähe erfahren zu können, wird am deutlichsten dadurch, wenn es verhindert wird. Ich versuche mit meinem Rahmen einen Höflichkeitsabstand zu schaffen, der den Betrachter dazu zwingt das Bild vom Weiten anzusehen. Diese erzwungene Distanz zeugt eine innere Spannung und lässt die Neugierde wachsen. Inspirierend war für mich in erster Linie einer Installation von Olafur Eliasson. Diese Installation zeigt einen weißen Raum, der in der Mitte von einer gelben, transparenten Folie getrennt wird. Die zweite Hälfte des Raumes blieb somit unbetretbar und nur durch die gelbe Folie betrachtbar. Ein weiteres Merkmal meiner Arbeit erinnert an die verwischten Bilder Gerhard Richters, je näher man ihnen kommt, desto verschwommener und undeutlicher ist zu erkennen, was auf ihnen abgebildet ist, was bleibt, ist ein Unbehagen, ein unstetes Gefühl einer nicht zu verbalisierenden Bedrohung.

Die Nahaufnahmen meiner Gesichtsausschnitte sind ebenfalls unscharf und sollen vom Nahen nicht sofort als die diese identifizierbar sein. Je dichter man sich den gerahmten Ausschnitten nähert, desto undeutlicher soll das was abgebildet ist werden.

Die Selbststudie zeigt meinen Mundbereich der unnatürlich verzogen ist, was den Verfremdungseffekt nochmal steigert, so entsteht die Wirkung einer hügeligen oder abstrakten Landschaft, die durch die blaue Folie sehr unterkühlt wirken und auch diffuse Emotionen hervorrufen soll. Die blaue Folie und der Abstand zum Foto lässt das gesamte Bild dreidimensional wirken und gibt dem somit mehr Tiefe. Der Abstand zwischen Folie und Bild bietet nur aus einem extrem spitzen Winkel das Foto ohne die blaue Folie betrachten, doch aus diesem Winkel ist es fast unmöglich zu dechiffrieren, dass es sich um eine Selbststudie meiner Mimik handelt.

Somit kann keine Nähe zu der konkreten Ebene (dem Gesicht) vom Betrachter aufgebaut werden und wird gezwungen sich auf die abstrakte Ebene einzulassen und doch wieder etwas Fremdes oder Unbehagliches zu spüren.


Fotoinstallation, zu sehen vom 1.-4. 6. in der Rotunde (Raum 2)