Performativität und Politik?! Mehr gemeinsam als nur das "P"?

Liebe Menschen der Megafon-Wissenschaften,

der Samstag begann mit einer wundervollen Lecture-Performance von Marcel Wrzesinski, der nach seinem M.A. wirklich interessante Forschungen an der RUB betreibt. Spezialgebiet sind die Gender Studies. Der Titel der Veranstaltung war "Erinnerter Avantgardismus. (Sub-)kulturelle Vergegenwärtigung zwischen Retroperspektive und Prospektion."
Was sich dahinter verbirgt? Um die Mechanismen retrospektiver Identitätsbildung ausgewählter Protagonist_innen der Ost-Berliner Mode-Performance-Szene der 1980er. Was sehr spannend ist, wenn man sich vor Augen führt, wie gleichgeschaltet die Ästhetik des (pseudo)-sozialistischen Konformismus war. Schlagwörter waren dabei die Kunst der Aufführung und die Markierung der Abweichung. Marcel skizzierte grob das Milieu um dann diese Strategien und Erinnerungen, die ja das Jetzt und die Zukunft beeinflussen und mit formen, um dann den Mensch als tendenziellen Zeitzeug_ der Zukunft ausweisen zu können.

Daer Vortrag war gut besucht. Die Plätze in der beliebten Goldkante im Herzen von Ehrenfeld waren voll und besonders gut gefallen hat mir die daran angeschlossene Diskussionsrunde mit dem Publikum. Hierbei wurde über Avantgardismus und Bohème diskutiert und die frage in den Raum gestellt, wie politisch Subkulturen sind bzw sein können bzw was Politik für Subkulturen bedeutet. Und wie das immer so ist, verliessen die diskussionsfreudigen Menschen das Leitthema, um allgemeiner über Subkulturen und Gesellschaften zu reden. Besonders spannend war die Diskussion bei der Frage, ob Performativität und Politik, die von vielen als nicht zusammenpassend und gegensätzlich wahrgenommen werden, sich nicht doch bedingen und gleichbedeutend sind.

Insgesamt also ein gelungener Start, Wissenschaft und Performance zusammenzubringen. Geistige Nahrung macht definitiv satt und glücklich!


Euer Deniz Bulan für megaFon2012