megaFon is(s)t [_Welt_] Grenzen

Liebe Menschen,

hier noch ein Beitrag zu einem Thema, welches mich oftmals ziemlich nervt, wobei das Seltsame ist, dass ich dieses Sujét unbewusst oft thematisiere. Grob gesehen handelt es sich um die Schlagwörter Migration und Postmigration, was leider schon von der Wortwahl her Menschen in "Ihr" und "Wir" spaltet und ein unbehagliches Gefühl bei manchen fördert, was man mit "Das Fremde" umreissen könnte. Aber solange es diesen Diskurs im Alltäglichen gibt, muss ich mich ja damit auseinandersetzen. Da megaFon aber auffordert, kritisch zu sein, bezogen auf Institutionen, Gesellschaft, Politik, Kultur, Geschlechterbilder und ähnliches, passt dieser Beitrag auch wieder ins Gesamtbild.

Wie ihr euch schon denken könnt, ist megaFon da natürlich komplett anders. Wir breiten uns in der Stadt aus wie eine süße Utopie, wo Ausgrenzungen, Nationalitäten, Rassismus, Sexismus, Homophobie nicht existent sind. Als Zeitzeug_ liefern wir quasi eine Möglichkeit , wie Menschen in Zukunft miteinander leben können.
Wir alle kommen aus einem Fleckchen Erde, was man gemeinhin als Deutschland bezeichnet. Aber um es in multikulturellen Klischees zu beschreiben, haben viele megaFonler_innen ihre sogenannten Wurzeln in Polen, der Türkei, Albanien, Laos, den Niederlanden, Bayern und innerhalb dieser unmöglichen nationalistischen Konstrukte noch irgendwas iranisches, kurdisches, armenisches, irakisches, whatever. Auch die Künstler_innen sind bunt gemischt, Portugal trifft auf uns, Ostdeutsche auf Westdeutsche, und alle verschmelzen zu einem riesigen Tiegel, der megaFon heisst, wo all diese Strukturen und (Be)Grenzungen und Unterscheidungen und Klassifizierung für nichtig erklärt werden, aufgelöst und zerstört, ohne Wertungen und Schubladen. Falls Dinge wie Herkunft und Sexualität und Geschlecht und Einstellungen thematisiert werden, wirken sie eher wie kleine Bereicherungen, die man als Anekdote erzählt, um die eigene erzählte Geschichte etwas bildhafter zu gestalten. Und ob man jetzt Trans, Gay, Lesbisch, Inter, Hetero, Homo, Queer, Not Sure, Whatever ist, ist egal, denn wir alle sind Zeitzeug_, die beobachten und reflektieren, wobei auch mal ganz locker und undogmatisch darüber geredet wird, ob man moslemisch, christlich, jüdisch, atheistisch, alevitisch und ähnliches sozialisiert wurde. Das alles interessiert niemanden, erzeugt keine Grenzen. Die gesamten Begegnungen sind voller Respekt, Neugierde, Offenheit. Wir stehen deshalb für kritische Kunst, die den kaputten und ausgrenzenden Gesellschaften dieser Welt einen Spiegel vorhalten will, mal subversiv, mal plakativ, aber immer als eine Realität, die zeigt, dass es sehr wohl geht, zusammen zu leben, gemeinsam Kunst zu schaffen und zu rezipieren, sich auszutauschen, ohne Unterschiede zu konstruieren, die dann zu viel schlimmeren Aktionen führen. Megafon klassifiziert nicht. megaFon ist offen, gibt nichts vor, manipuliert nicht.

Zweifel? Dann kommt zu megaFon, seid Beobachter_in und am Besten kann man das all das vorher Verfasste im Festivalzentrum erfahren, wo wir euch versprechen werden, dass es keine Schublade zu sehen geben wird.


In diesem Sinne,
Deniz Bulan und das megafamose megaFon-Team